Der Gipsofen


Gipsofen
Gipsofen

Dieser alte Gipsbrennofen von 1819 mit dem vorgebauten Fachwerkhäuschen steht direkt am Fuße des Kalkberges. Die Außenwände messen 10 X 10 Meter und bestehen aus 1,5 m dicken Anhydrit-Bruchstein aus dem Schildstein. Der Dachaufbau aus rund geformten Sparren wurde nach seinem Erfinder, de Lormsches Bohlenbinderdach benannt. Diese Konstruktion konnte eine Spannweite von 10 Metern ohne Unterstützung überbrücken.

Grundriss und Querschnitt
Grundriss und Querschnitt

Das Prinzip des Ofens funktionierte wie bei einem Meiler unter freiem Himmel: geschichtetes Material wird durchgeglüht. Der Ofen wurde bis zum Scheitel der Kuppe (6,70)mit 5 Holzlagen und 5 Steinlagen befüllt. Abwechselnd wurden Gipsgestein, Eichenholz, Buchenholz und Birkenholz in genau zugerichteter Stärke nach einem vorgegebenen Grundmuster aufgeschichtet. In der untersten Lage sorgten west/östlich verlaufende Zugröhren für die nötige Sauerstoffzufuhr. Sie durften während des Brandes nicht verstopfen und mussten mit großen Gipssteinen abgedeckt werden. In der Mitte der Schichtung wurde ein fester Kreis gesetzt. Das sog. "Pfeifenloch" verlief vom Boden bis zum Mittelschornstein. Es umschloss die Zündröhre, die mit dünnen gefüllt war. Das Zündfeuer fraß sich dann von oben herab in die Holzlagen. Ein Brand dauerte 4 Tage, 10 Tage stand der Ofen um abzukühlen.

Der eigentliche Ofen wurde 1877 entfernt und der Boden des Gebäudes etwa 2m aufgeschüttet. Der Gipsbrennofen stand lange leer. 1990 führte die ALA eine umfassende Freilegung und Restaurierung durch. Seitdem ist er das einzige Industriedenkmal dieser Bauweise in Deutschland, genutzt vom BUND für kleine Ausstellungen oder Projekte im Rahmen des Naturschutzes.



Öffnungszeiten

Mo, Di, Do, Fr: 10-13 Uhr