Der ehemalige Springintgut-Turm


 Der Springintgut-Turm
Der Springintgut-Turm

Auf der Straße vor dem ehemaligen Reitstall der Ritterakademie befindet sich ein kreisrundes gepflastertes Areal von 14 Metern Durchmesser. Genau an dieser Stelle stand einst der Springingut-Turm. Er wurde im späten 14. Jahrhundert als Gefängnisturm erbaut und gehörte zur Stadtbefestigungsanlage. Gleichzeitig war er der höchste Wehrturm der Stadt (höher als der gemauerte Teil der Michaeliskirche) und ermöglichte es, die Burgruine auf dem Kalkberg zu kontrollieren und zu verhindern, dass die Ritter des Herzogs sich dort wieder niederließen.

 

vor der Ritterakademie stand der Turm
vor der Ritterakademie stand der Turm

Bürgermeister Johann Springintgut war hier eingekerkert und verstarb 1455 nach 12 Wochen Haft. Erst diese Begebenheit gab dem Turm seinen Namen, bis dahin war es einfach der Gefängnisturm hinter der Michaeliskirche.

1562 schlug ein Blitz in den Turm ein und der Dachstuhl brannte aus. Zum Glück nur der Dachstuhl, denn im unteren Teil des Turmes lagerten mehrere Tonnen Schießpulver. Danach bekam der Turm ein neues aber niedrigeres Dach.

 

1637 wurde Lüneburg nach 266 Jahren Unabhängigkeit wieder den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg unterstellt. Diese verfügten, dass alle Türme in der Nähe des Kalkberges abgebrochen werden sollten. Der Springintgutturm wurde erst 1651 soweit abgetragen, dass er den Gralwall nicht mehr überragte. Fast 150 Jahre später wurde der Turm im Zuge der Walleinebnung weiter abgetragen und der Rest mit Erde zugeschüttet um darüber eine Straße zu bauen. 1959 fanden Kanalarbeiter in bis zu 7 Metern Tiefe die Reste - das untere Gewölbe - des Turmes.