Das Gewandhaus


Eingang zm Gewandhaus
Eingang zm Gewandhaus

Das zweigeschossige Gewandhaus entstand im frühen 14. Jahrhundert als freistehendes Gebäude auf dem Platz des ehemaligen Hospitals zum Kleinen Heiligen Geist. Der große Gewölbekeller darunter auf Säulen mit mehreren Nischen und Räumen, der schon in dem Roman "Der Sülfmeister" als Schankwirtschaft für gemütliches Beisammensein beschrieben wird, stammt aus 1240. Der Eingang liegt unter dem Säulengang der Marktfassade

westlicher Giebel
westlicher Giebel

 

Das Gewandhaus selbst diente den Tuchhändlern und Gewandschneidern als Lager und Verkaufshalle für ihre wertvollen Stoffe. Die Ratsherren legten großen Wert auf ihre Nähe, konnten sie so die Geschäfte besser kontrollieren und die erheblichen Abgaben kassieren.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gewandhaus von allen Seiten zugebaut, sodass es nur mehr die Funktion einer Verbindungs-Diele hat. Lediglich den westlichen Treppengiebel sieht man noch.

 

Heute bietet das Gewandhaus Platz für die Ausstellung des Ratssilbers und einigen anderen Relikten aus vergangenen Tagen.

Der Ratskeller

Eingang zum Ratskeller
Eingang zum Ratskeller

Im Jahr 1900 erhielt der Maler Hugo Friedrich Hartmann den Auftrag die Wände des Ratskellers zu gestalten. Es entstanden Wandmalereien mit Motiven aus Lüneburg: Stadtansichten, Wahrzeichen und eine Ansicht aus dem Nicolaihof. Wahrscheinlich hat man sehr bald erkannt, dass die Gemälde durch die salzige Feuchtigkeit im Keller gefährdet waren, denn der Maler sollte schon ab 1906 Kopien in Öl auf Leinwand anfertigen. Diese Kopien wurden über die ursprünglichen Bilder gehängt. Hundert Jahre Kneipendunst und Nikotinablagerungen machten es notwendig die Ölbilder zu restaurieren. Bei der Gelegenheit wurden die Wandmalereien wiederentdeckt und konserviert. 

 

Der heutige Besucher sieht wieder die Öl-auf-Leinwand-Bilder, diese werden nur bei besonderen Gelegenheiten abgenommen.

Das Ratssilber

Anfang des 17. Jahrhunderts bestand der Lüneburger Ratssilberschatz aus 253 edlen Stücken kunstvoller Gold- und Silberschmiedekunst aus den vergangenen Jahrhunderten. Kannen, Becher, Pokale, Schalen und anderes Tischgerät wurden im Rathaus aufbewahrt. Das kostbare Ratssilber wurde in verschließbaren Möbeln aufbewahrt und bei besonderen Gelegenheiten als Gebrauchsgeschirr benutzt oder auf den geöffneten Klappen präsentiert um den Reichtum der Stadt zu demonstrieren.

Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts wurden viele Teile verkauft oder verschenkt. Übrig geblieben sind nur 37 Exponate; die sind allerdings besonders prachtvoll, denn sie stammen aus der absoluten Blütezeit Lüneburgs. Es ist der größte erhaltene Silberschatz einer deutschen Stadt

Fast ein ganzes Jahrhundert beriet man über die Zukunft des restlichen Schatzes bis man diesen 1874 an das Berliner Gewerbemuseum verkaufte. Vorher ließ man originalgetreue Nachbildungen anfertigen. Diese werden heute im Lüneburger Rathaus im oberen Gewandhaus gezeigt. Das beim Verkauf erzielte Geld (660.000 Mark) floss in den Ratssilberfond und fiel nach dem ersten Weltkrieg der Inflation zum Opfer.

Alle Photos: „Berlin KGM Lüneburger Ratssilber“ von Photo: Andreas Praefcke - Eigenes Werk(own photograph). Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.