Das Schloss


Schloss des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg
Schloss des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg

Herzog Georg Wilhelm zu Braunschweig-Lüneburg wurde gedrängt sich mit Sophie von der Pfalz zu verheiraten oder oder auf weitere Apanagen zu verzichten. 1658 verzichtete er auf diese Ehe und überließ seine Verlobte seinem jüngeren Bruder Ernst-August.  Um das Fürstentum nicht teilen zu müssen übertrug er auch sämtliche Erbansprüche auf diesen und verpflichtete sich unter Stand zu heiraten. Dafür hatte er sich seine Mätresse Eleonore Desmier d`Olbreuse aus dem hugenottischen Landadel auserkoren, eine Liebesheirat, und lebte mit ihr in Celle.

Um seiner Gemahlin einen standesgemäßen Alterswohnsitz bieten zu können (sie war die Urgroßmutter von Friedrich dem Großen), kaufte er in Lüneburg drei zusammenhängende Gebäude an der Nordseite des Marktplatzes und ließ sie von 1696 bis 1698 zu einer angemessenen Residenz umbauen.  Es entstand ein massiger Barockbau in dem Eleonore Desmier d`Olbreuse bis 1717 lebte und sich um vertriebene protestantische Hugenotten kümmerte.

Bei den Umbauarbeiten musste auch das alte Baumaterial wiederverwendet werden. Es sind noch bemalte Balken aus den Vorgänger-Bauten vorhanden; man hatte sie einfach umgedreht. Jetzt sind sie im Fußboden des ersten Obergeschosses, mit Glas abgedeckt, zu sehen. In einigen Räumen wurden Stuckdecken freigelegt, jedoch viele Verzierungen, Wand- und Deckenmalereien usw. sind noch überstrichen oder unter Putz verborgen und warten darauf, freigelegt zu werden.

Herzogin Eleonore Desmier d`Olbreuse
Herzogin Eleonore Desmier d`Olbreuse

Küchenhaus
Küchenhaus

Die bisherige Residenz des Herzogs, das "Hertogenhus" am Ende der Straße, hatte laut Ratsverordnung mehr als 100 Jahre keine Küche sondern wurde von der Ratsküche versorgt. So konnte man die Anwesenheit des Herzogs "regulieren".

Wappen über dem Portal
Wappen über dem Portal

Als Georg-Wilhelm das Schloss errichten ließ, setzte er sich gegen den Rat durch und baute auch ein eigenes Küchenhaus direkt neben dem Schloss. Das Küchenhaus steht links neben dem Schloss.

Nachdem die Herzogin 1717 beschloss, ihren Lebensabend in der Nähe ihrer verbannten Tochter zu verbringen, stand das Schloss einige Jahre leer, wurde gelegentlich als Unterkunft für fürstliche oder herzogliche Gäste genutzt. Danach wurde es immer wieder umfunktioniert.


So wohnte der französische Marschall Richelieu eine Weile hier, Ende des 18. Jahrhunderts stationierte Napoleon Soldaten im Schloss, in den 1830er Jahren wohnte König Ernst August von Hannover hier, 1866 gelangte es in den Besitz der preußischen Krone und diente als Kaserne. Nach dem ersten Weltkrieg waren hier diverse Ämter untergebracht, in den Nebengebäuden befanden sich Werkstadt und Garagen der städtischen Verkehrsbetriebe.

 

1925 übernahm die Justizverwaltung das Schloss und richtete das Landgericht und das Amtsgericht hier ein. Es wurde noch ein großer Flügel angebaut für die Staatsanwaltschaft. Mittlerweile ist das Amtsgericht in ein eigenes Haus umgezogen.