Der Marktplatz


Marktplatz, Blick vom Rathaus
Marktplatz, Blick vom Rathaus

Nachdem die regionale Handelsmetropole Bardowick 1189 durch Heinrich den Löwen zerstört worden war und Lüneburg fortan diese Rolle übernehmen sollte, reichte der Kleine Marktplatz bei St. Cyriak am Kalkberg nicht mehr aus. Bewusst wählte man den Platz für einen repräsentativen neuen Markt im Zentrum zwischen Kalkberg, Ilmenau und Saline. Das Ratsgrundstück ist 43 Ar groß. Davon sind mittlerweile knapp die Hälfte mit den diversen Gebäuden des Rathauskomplexes bebaut. Die andere Hälfte war der neue Marktplatz, auch Neumarkt genannt. Der ehemals trapezförmige Jungfernstieg (heute Ochsenmarkt) entlang der gesamten Nordseite des Rathauses gehörte auch dazu. Ursprünglich versammelten sich hier die Einwohner der Stadt um die Bekanntmachungen des Rates, die von einem Erker neben der Ratsdiele verkündet wurden, zu hören. Ansonsten fand hier gelegentlich der Viehmarkt statt.

Marktplatz, Blick zum Rathaus
Marktplatz, Blick zum Rathaus
Wochenmarkt
Wochenmarkt
Wochenmarkt
Wochenmarkt

Der eigentliche Neumarkt vor der eindrucksvollen Fassade des Rathauses wurde im Osten begrenzt durch die Hauptverkehrsstraße von Hamburg nach Braunschweig (Bäckerstraße), eine gewollte Zurschaustellung des Wohlstandes der Stadt, denn rund herum hatten sich reiche Bürger ihre stattlichen Häuser gebaut.

 

Der fast quadratische Platz wurde immer umgeben von Fahrwegen auf allen Seiten, denn das Innere des Platzes war allein den Fußgängern vorbehalten. Das ist heute noch an der Pflasterung zu erkennen. Lediglich eine schmale diagonale Fahrrinne von Südwest nach Nordost erlaubte den Fuhrwerksverkehr. Lange war der Platz ungepflastert, erst Anfang des 14. Jahrhunderts wurde ein steinerner Fußgängerweg (Via Lapidea) angelegt. An der Nordwestecke stand seit etwa 1500 ein schlichter Brunnen, der sein Wasser wahrscheinlich aus der Ilmenau erhielt.

 

Auf dem Neumarkt, unter Aufsicht des Rates, fand allwöchentlich am Mittwoch der Markttag statt. Hier wurden die wichtigsten Lebensmittel für die einheimischen Bürger feil geboten. Man hängte eine Fahne (das Marktbanner) auf und erst wenn diese wieder abgenommen worden war, durften auch die Auswärtigen und Fremden ihren Einkauf beginnen. Im 16. Jahrhundert, als es mehr Bürger, mehr Waren und mehr Geld gab, wurde auch der Samstag als Markttag erlaubt. 

Bis heute haben die Lüneburger an dieser Regelung festgehalten. Die Bauern aus der Region bieten hier ihre Erzeugnisse an. Nur wird kein Marktbanner mehr aufgehängt und es wird auch nicht auf die Herkunft der Käufer geachtet. Im Dezember allerdings müssen die Marktbeschicker ausweichen, weil dann der Marktplatz für vier Wochen dem Weihnachtsmarkt vorbehalten ist.

 



Der Lunabrunnen

Vor dem Rathaus, nicht ganz mittig, steht der Luna-Brunnen auf dem Marktplatz. Ihm ist ein Vorgängermodell ganz in der Nähe gewichen. Der Luna-Brunnen wurde 1530 von einem unbekannten Künstler geschaffen.

Lunabrunnen
Lunabrunnen

Auf einer Säule ist die römische Mondgöttin Luna zu sehen. Sie wurde aufgrund eines Irrtums errichtet: Im 16. und 17. Jahrhundert glaubten die Lüneburger, dass die Stadt einst eine römische Siedlung war und ihr Name sich von Luna ableitete. Stattdessen kommt Lüneburg von dem Wort 'Hluini' für Zuflucht. Trotzdem hat sich die Mondgöttin in Lüneburg gehalten. Manchen Scherz hat die Figur schon mit sich machen lassen. Die 62 cm große Bronzeplastik wurde 1970 gestohlen.

 

1972 fertigte der Berliner Künstler Harald Haacke eine originalgetreue Nachbildung an. In der Folge wurde immer mal wieder Pfeil oder Bogen oder beides geklaut.

Lunabrunnen
Lunabrunnen


Öffnungszeiten

Wochenmarkt:

Mittwoch und Samstag von 7 Uhr bis 13 Uhr

 

Weihnachtsmarkt 2016:

23. 11. - 23. 12. 2016

Montag bis Samstag 10.00 - 20.00 Uhr

Sonntag 11.00 - 20.00 Uhr